Simon Schneider vom VSSM
Die Abschaffung des Eigenmietwertes hat Folgen – insbesondere für die Schreinerbranche. Simon Schneider, Bereichsleiter Technik und Betriebswirtschaft beim VSSM, hat am Branchentreff im Restaurant Rössli in Illnau Vor- und Nachteile aufgezeigt.
Wir haben abgestimmt! Und zwar für die Abschaffung des Eigenmietwertes. Das heisst, Immobilieneigentümer können ab nächstem Jahr keine Steuerabzüge mehr für Renovationen am Eigenheim machen. Gewisse weitere Bestimmungen wie die Besteuerung des Zweitwohnsitzes oder auch Steuerabzüge für Investitionen in nachhaltige Energie seien noch nicht abschliessend definiert, wie Simon Schneider, Bereichsleiter Technik und Betriebswirtschaft, in seinem Referat am Branchentreff sagt. «Wie in den meisten Fällen gibt es auch hier Gewinner und Verlierer», sagt der Experte. Klar profitieren würden Eigentümer von neuen Liegenschaften, Neuerwerber und ältere Personen, deren Hypothek mehrheitlich abbezahlt ist. Verlierer sind demnach Eigentümer von sanierungsbedürftigen Immobilien.
Was heisst das für den Immobilienmarkt?
Eine Prognose der ZKB Immobilien sieht keine Beeinträchtigung der Baubranche vor. «Gerade neue Immobilien können je nachdem lukrativ sein, da diese keine Investitionen in naher Zukunft bedingen.» Jedoch könne die Schere von Neubauten zu Sanierungsobjekten noch vergrössert werden. «In der Tendenz wird ein Gerät eher ersetzt als repariert und Sanierungen könnten in Zukunft viel mehr gebündelt werden», erklärt Simon Schneider. Eine Sorge könnte die Schwarzarbeit sein: «Früher hat man für den Steuerabzug eine Quittung benötigt – dies ist ab nächstem Jahr nicht mehr der Fall, da keine Abzüge mehr geltend gemacht werden können.» Positiv kann jedoch sein, dass Eigentümer mehr Liquidität haben werden, da der Eigenmietwert nicht mehr verzinst werden muss. «Für mich ist wichtig im Kopf zu haben, dass heute die Dienstleistung im Vordergrund steht, nicht in erster Linie das Produkt. Deshalb ist es wichtig, wie wir Schreiner uns verkaufen. Bieten wir mehr als der Kunde erwartet, steht die Chance gut, dass der Kunde wieder zu uns kommt oder uns sogar weiterempfiehlt.» So können auch weiterhin genügend Aufträge im Bereich Umbauten oder auch Neubauten generiert werden.
Netzwerkpflege
Der Geschäftsführer des Schreinermeisterverbandes Kanton Zürich Patrick Müller äusserte sich anschliessend noch zur Dachkampagne und präsentierte die kommenden Anlässe. Auch er zeigte die aktuelle, nicht ganz einfache, Wirtschaftslage auf, zeigte sich jedoch zuversichtlich: «Wir sitzen alle im gleichen Boot und müssen zusammenhalten. Gemeinsam sind wir stark.» Nach dem Referat wurde das Dreigang-Menü serviert, was zu guten Gesprächen unter den Berufskollegen einlud. Ein solcher Austausch ist sehr wichtig und dient nicht nur dem Zusammenhalt in der Branche, sondern auch der Weiterentwicklung. Profitieren können jeweils alle Mitglieder des Schreinermeisterverbandes Kanton Zürich SVZ.







